Best Practices für die Implementierung von DataGerry in Ihre IT-Infrastruktur

von | Mai 26, 2026

Moderne IT-Infrastrukturen sind komplex und umfassen eine Vielzahl von Assets, Konfigurationen und Abhängigkeiten, die verwaltet werden müssen. Eine Configuration Management Database (CMDB) wie DataGerry kann helfen, diese Komplexität zu strukturieren, indem sie als zentrales Repository für alle Configuration Items (CIs) dient – von Servern und Netzwerkgeräten bis hin zu Softwarelizenzen und Dokumentationen.

DataGerry ist eine Enterprise-Grade Open-Source CMDB, die Ihnen vollständige Kontrolle über Ihr Datenmodell gibt. Sie können beliebige Types definieren und individuell anpassen. Anders gesagt: Die Ausgestaltung des Datenmodells liegt vollständig beim Anwender. Diese Flexibilität ermöglicht es, DataGerry exakt auf die Anforderungen Ihrer Organisation zuzuschneiden, statt sich an ein fest vorgegebenes Schema anzupassen.

Eine erfolgreiche Implementierung von DataGerry geht jedoch über die reine Installation hinaus. Sie erfordert eine durchdachte Planung und die Orientierung an Best Practices, um den größtmöglichen Nutzen zu erzielen. In diesem Leitfaden zeigen wir, wie Sie DataGerry sinnvoll in Ihre IT-Umgebung integrieren – von der Modellierung über die Nutzung des CI Explorers bis hin zur Einbindung der ISMS-Funktionen für Risiko- und Compliance-Management.

Ein flexibles Datenmodell nutzen (Eigene Types definieren)

Eine der größten Stärken von DataGerry ist das flexible Datenmodell. Im Gegensatz zu klassischen CMDB-Tools, die feste Asset-Typen und Felder vorgeben, können Sie in DataGerry eigene Types definieren.
Ein Type ist dabei im Grunde eine Vorlage für ein Asset und legt fest, welche Felder (Attribute) die Objekte dieses Typs enthalten.
Zum Beispiel könnten Sie:

  • einen Type „Server“ mit Feldern wie Hostname, IP-Adresse, Betriebssystem und Kaufdatum definieren
  • und einen Type „Application“ mit Feldern wie Version, Owner und Dependencies

DataGerry unterstützt eine Vielzahl von Feldtypen – etwa Textfelder, Checkboxen, Dropdowns oder Datumsfelder – und bietet damit die nötige Flexibilität, um unterschiedlichste Informationen strukturiert abzubilden.

Best Practice:

Beginnen Sie mit einer sauberen Planung Ihrer Modelle. Erstellen Sie eine Übersicht der Asset-Kategorien in Ihrer IT-Umgebung (z. B. Server, Netzwerkgeräte, Datenbanken, Anwendungen, Standorte oder Verträge).

Überlegen Sie für jede Kategorie, welche Informationen relevant sind. Ein Server benötigt beispielsweise Angaben zu CPU, RAM, Betriebssystem, Standort und Wartungsstatus, während bei einer Anwendung eher Owner, Support-Level und zugehörige Systeme im Vordergrund stehen.

Erstellen Sie in DataGerry einen eigenen Type pro Asset-Kategorie sowie passende Felder für alle relevanten Attribute.

Organisieren Sie Ihre Types zusätzlich in Categories, um die Übersicht zu verbessern. Categories dienen als logische Gruppierung (z. B. „Infrastructure“ für Server, Switches und Storage oder „Software“ für Applications und Databases).

Beziehen Sie bei der Modellierung verschiedene Fachbereiche ein (z. B. Operations, Netzwerk, Security), um alle Anforderungen zu berücksichtigen. Nutzen Sie die Flexibilität von DataGerry, achten Sie dabei aber auf Konsistenz – etwa durch einheitliche Namenskonventionen und passende Feldtypen.

Eine gute Planung zu Beginn spart später erheblichen Aufwand. Die Flexibilität von DataGerry erlaubt es, nahezu jede Art von Asset oder Information abzubilden – von physischen Geräten bis hin zu logischen Services oder sogar nicht-technischen Objekten.

Schritt-für-Schritt-Implementierungsplan

DataGerry bietet als CMDB eine flexible und leistungsfähige Grundlage für eine moderne IT-Dokumentation. Durch individuell anpassbare Objekttypen, konsequent genutzte Beziehungen und den erweiterten Dokumenten-Generator lassen sich nicht nur Daten sammeln, sondern echte Zusammenhänge abbilden.

Wer auf klare Strukturen, einheitliche Konventionen und definierte Workflows setzt, schafft eine Dokumentation, die nicht nur vollständig, sondern auch verlässlich ist. So wird die CMDB von einer reinen Pflichtaufgabe zu einem wertvollen Werkzeug im täglichen IT-Betrieb und zu einer zentralen Wissensquelle für das gesamte Unternehmen.

Deployment-Optionen evaluieren

Entscheiden Sie zunächst, wie Sie DataGerry betreiben möchten – On-Premises oder in der Cloud. Beide Varianten werden unterstützt. Wenn Sie maximale Kontrolle benötigen und entsprechende Ressourcen haben, bietet sich eine On-Premises-Installation an (z. B. via Docker oder Paketinstallation). Alternativ können Sie die Cloud- bzw. SaaS-Variante nutzen, um den Betriebsaufwand zu reduzieren.

Best Practice: Wählen Sie das Modell, das am besten zu Ihren Anforderungen hinsichtlich Governance und Skalierbarkeit passt. Für erste Tests empfiehlt sich eine separate Testumgebung.

Datenmodell planen und konfigurieren

Planen Sie die benötigten Types und Categories und setzen Sie diese anschließend in DataGerry um. Unter FrameworkTypes erstellen Sie Ihre individuellen Types und definieren die entsprechenden Felder. Unter FrameworkCategories strukturieren Sie diese logisch.

Best Practice: Berücksichtigen Sie sowohl aktuelle als auch zukünftige Anforderungen. Es ist einfacher, das Modell später zu erweitern, als bestehende Daten nachträglich umzustrukturieren. Vermeiden Sie jedoch unnötige Komplexität zu Beginn.

CMDB mit Daten befüllen

Sobald das Datenmodell steht, können Sie mit der Befüllung der CMDB beginnen. Objekte lassen sich manuell über die Oberfläche anlegen oder über Importfunktionen und die API automatisiert einspielen.

Best Practice: Nutzen Sie vorhandene Datenquellen, um den Initialaufwand zu reduzieren. DataGerry unterstützt den Import von Objekten und Types, z. B. aus CSV-Dateien.

Achten Sie darauf, dass jedes Objekt eindeutig identifizierbar ist (z. B. über Hostname oder Asset-ID) und möglichst vollständig gepflegt wird. Gleichzeitig sollten Sie frühzeitig Prozesse definieren, um die Daten aktuell zu halten – etwa durch regelmäßige Reviews oder automatisierte Synchronisationen.

Beziehungen zwischen Objekten herstellen

Eine CMDB entfaltet ihren eigentlichen Mehrwert durch die Abbildung von Beziehungen zwischen Objekten. DataGerry ermöglicht es, individuelle Beziehungstypen zu definieren und Objekte miteinander zu verknüpfen (inklusive One-to-Many- und Many-to-Many-Beziehungen).

So können Sie beispielsweise:

  • einen Server mit den darauf laufenden Applications verknüpfen
  • oder eine Datenbank mit dem zugrunde liegenden Server verbinden

Best Practice: Nehmen Sie sich bewusst Zeit, um diese Beziehungen sauber aufzubauen. Definieren Sie sinnvolle Relation Types (z. B. „runs on“, „depends on“, „connected to“) und nutzen Sie diese konsequent.

Dadurch können Sie später Fragen beantworten wie:

  • „Welche Systeme sind betroffen, wenn dieser Server ausfällt?“
  • „Welche Komponenten hängen von dieser Anwendung ab?“

CI Explorer für Abhängigkeitsanalysen nutzen

Nachdem Daten und Beziehungen gepflegt sind, können Sie den CI Explorer nutzen, um diese visuell darzustellen und zu analysieren.

Der CI Explorer zeigt die Zusammenhänge zwischen Configuration Items in Form eines interaktiven Graphen und macht auch mehrstufige Abhängigkeiten nachvollziehbar.

Er eignet sich insbesondere für:

  • die Analyse von Abhängigkeiten
  • die Bewertung von Auswirkungen bei Änderungen
  • die Fehlersuche
  • visuelle Überprüfungen der Datenstruktur

Best Practice: Integrieren Sie den CI Explorer in Ihre operativen Prozesse. Nutzen Sie ihn beispielsweise vor Changes zur Analyse möglicher Auswirkungen oder im Incident-Fall zur Identifikation betroffener Systeme.

Integration von Security & Compliance (ISMS)

Eine moderne CMDB sollte auch in Sicherheitsprozesse eingebunden sein. DataGerry bietet hierfür ein integriertes ISMS-Modul, mit dem sich sicherheitsrelevante Informationen wie Risiken, Bedrohungen, Schwachstellen und Maßnahmen zentral verwalten lassen.

Diese können direkt mit Ihren Assets verknüpft werden. So lassen sich beispielsweise Risiken einzelnen Systemen zuordnen und entsprechende Gegenmaßnahmen dokumentieren.

Best Practice: Führen Sie ein assetbasiertes Risikoregister innerhalb von DataGerry. Dadurch stellen Sie sicher, dass Änderungen an Assets immer im Kontext ihrer Risiken betrachtet werden.

Das ISMS-Modul unterstützt zudem bei der Bewertung von Risiken (z. B. nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung) und bietet Funktionen für Reporting und Audit-Unterstützung.

Gerade im Hinblick auf Anforderungen wie ISO 27001, GDPR oder NIS2 ist diese Integration ein wichtiger Vorteil.

CMDB pflegen und steuern

Die Einführung einer CMDB ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Damit DataGerry langfristig Mehrwert liefert, müssen die Daten gepflegt und aktuell gehalten werden.

Best Practice: Definieren Sie klare Verantwortlichkeiten für verschiedene Datenbereiche und nutzen Sie rollenbasierte Zugriffskonzepte (ACLs). Führen Sie regelmäßige Überprüfungen durch, um Abweichungen zwischen CMDB und Realität frühzeitig zu erkennen.

Langfristig sollte DataGerry als zentrale und verlässliche Informationsquelle etabliert werden, die im Alltag aktiv genutzt wird.

Fazit: DataGerry erfolgreich implementieren

Die Implementierung von DataGerry kann die Transparenz und Steuerbarkeit Ihrer IT-Infrastruktur deutlich verbessern. Durch ein individuell definiertes Datenmodell passt sich die CMDB optimal an Ihre Anforderungen an. Mit dem CI Explorer erhalten Sie Einblick in Abhängigkeiten, und durch die Integration von ISMS-Funktionen lassen sich Asset- und Risikomanagement miteinander verbinden.

Entscheidend für den Erfolg ist jedoch die konsequente Nutzung im Alltag: Eine gute Planung, kontinuierliche Pflege und die Einbindung in bestehende Prozesse sind der Schlüssel.

Richtig umgesetzt wird DataGerry zu einer zentralen „Single Source of Truth“, die fundierte Entscheidungen unterstützt, die Fehleranalyse beschleunigt und Audits effizienter macht.

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