DataGerry ist eine moderne Open-Source-CMDB (Configuration Management Database), mit der Unternehmen ihre IT-Infrastruktur, Assets, Systeme und Abhängigkeiten zentral dokumentieren und verwalten können.
Um den Einstieg in DataGerry möglichst einfach zu gestalten, haben wir eine kompakte Tutorial-Serie mit fünf kurzen Videos erstellt. In weniger als 30 Minuten erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Funktionen – von der Installation bis hin zur Nutzung der REST API.
1. Was ist DataGerry?
DataGerry ist eine flexible Open-Source-Software für Configuration Management und IT Asset Management. Mit DataGerry können Unternehmen sämtliche Configuration Items (CIs) zentral verwalten und dokumentieren.
Dazu gehören beispielsweise:
- Server
- Anwendungen
- Netzwerke
- Benutzer
- Verträge
- Standorte
- Individuelle Unternehmensobjekte
Gerade vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an IT-Sicherheit, Compliance und regulatorische Vorgaben wie NIS2 oder ISO 27001 wird eine zentrale und verlässliche Datenbasis immer wichtiger. Nach dem Login gelangen Sie auf die Startseite von DataGerry. Über die linke Navigation können Sie durch Ihre dokumentierten Configuration Items navigieren und Ihre IT-Landschaft strukturiert abbilden. Ein besonderer Vorteil von DataGerry ist seine hohe Flexibilität: Statt mit einem festen Datenmodell zu starten, können Unternehmen ihre CMDB exakt an ihre eigenen Anforderungen anpassen.
2. DataGerry in 5 Minuten installieren
Die schnellste Möglichkeit, DataGerry zu testen oder produktiv bereitzustellen, erfolgt über Docker und Docker Compose.
Für die Installation benötigen Sie:
- Eine Linux-VM (z. B. Ubuntu 24.04)
- Docker
- Docker Compose
- Freigegebene Netzwerkports: Port 80, optional Port 443 für HTTPS, Port 4000 für das Backend
Die Installation erfolgt in wenigen Schritten:
- Docker und Docker Compose installieren
- Das DataGerry Docker Repository klonen
- Das Setup mit Docker Compose starten
- Die Weboberfläche über Browser aufrufen
- Mit den Standard-Zugangsdaten anmelden
Nach dem ersten Login unterstützt Sie ein Assistent bei der Einrichtung eines initialen Datenmodells. Alternativ können Sie auch komplett mit einer leeren CMDB starten und Ihre Struktur selbst definieren. Im Video wird die Installation beispielhaft auf einer Ubuntu-VM in Microsoft Azure durchgeführt.
3. Die DataGerry Weboberfläche verstehen
Nach der Installation stellt sich häufig die Frage: Wie ist DataGerry aufgebaut? Die Benutzeroberfläche gliedert sich in mehrere zentrale Bereiche.
Dashboard: Das Dashboard bietet einen Überblick über vorhandene Daten, Aktivitäten und Statistiken.
Objects: Unter „Objects“ finden Sie sämtliche angelegten Configuration Items und können diese verwalten, bearbeiten oder durchsuchen.
Types: Types definieren die Struktur Ihrer Daten. Hier legen Sie fest, welche Informationen beispielsweise ein Server, eine Anwendung oder ein Benutzer enthalten soll.
Categories: Mit Categories können Sie Ihre Typen logisch gruppieren und die Übersichtlichkeit Ihrer CMDB erhöhen.
Section Templates: Section Templates ermöglichen die Wiederverwendung von Feldgruppen in verschiedenen Typen. Das spart Zeit und sorgt für konsistente Strukturen.
Relations: Über Relations werden Beziehungen zwischen Objekten dargestellt.
Beispiele:
- Welcher Server hostet welche Anwendung?
- Welche Benutzer greifen auf ein System zu?
- Welche Verträge gehören zu welchem Asset?
Diese Abhängigkeiten sind besonders wichtig für Impact-Analysen und Change-Prozesse.
4. Objekttypen (Types) richtig anlegen
Objekttypen bilden das Fundament jeder CMDB. Ein Typ definiert, welche Informationen ein bestimmtes Objekt enthält.
Ein Beispiel: Wenn Sie Server dokumentieren möchten, erstellen Sie einen Typ „Server“.
Anschließend definieren Sie die benötigten Felder wie:
- Hostname
- IP-Adresse
- Betriebssystem
- Standort
- Verantwortlicher
Jeder Typ kann beliebig erweitert und an die individuellen Anforderungen Ihres Unternehmens angepasst werden. Für jedes Feld lässt sich der passende Datentyp festlegen, beispielsweise ein Textfeld, Zahl, Datum, Auswahlfeld oder eine Referenz auf andere Objekte. Nach der Erstellung können die Typen Kategorien zugewiesen werden, um die Navigation innerhalb der CMDB zu verbessern.
Ein wichtiger Best Practice-Tipp: Planen Sie Ihr Datenmodell möglichst frühzeitig. Statt einen allgemeinen Typ „Gerät“ anzulegen, empfiehlt es sich meist, spezifische Typen wie „Server“, „Router“, „Switch“ oder „Arbeitsplatz“ zu definieren. Dadurch bleiben die Daten langfristig konsistent und leichter auswertbar.
5. Die DataGerry REST API nutzen
Neben der Weboberfläche bietet DataGerry eine leistungsfähige REST API. Dadurch können Daten automatisiert ausgelesen, verarbeitet oder mit anderen Systemen integriert werden. Im Tutorial verwenden wir Postman, um API-Anfragen komfortabel zu testen.
Der Ablauf:
- Import einer vorbereiteten Postman Collection
- Konfiguration von Base URL und Zugangsdaten
- Ausführen eines API-Requests
- Auslesen der Antwort im JSON-Format
Über den Request „GetObjects“ können beispielsweise alle vorhandenen Configuration Items abgefragt werden. Die API liefert die Daten strukturiert zurück und ermöglicht dadurch zahlreiche Integrations- und Automatisierungsszenarien.
Typische Anwendungsfälle:
- Synchronisation mit Asset-Management-Systemen
- Integration in ITSM-Lösungen
- Automatisierte Inventarisierung
- Reporting und Auswertungen
- Anbindung externer Tools
Die im Video verwendete Postman Collection befindet sich aktuell noch im Beta-Status und wird kontinuierlich erweitert.
Wenn Sie DataGerry selbst ausprobieren möchten, können Sie die kostenlose Test-Version nutzen oder DataGerry direkt als Open-Source-Projekt installieren.

